Category: Yugoslavia

PARADA am Mi, 13.02.2019, 19:30h im Kaffee Stark

Die Rechte der LGBTQ Communities in Südosteuropa waren ein unerwartetes Thema für einen der größten Kinohits der Region im Jahr seines Erscheinen 2011/2012.  Inspiriert von den leider all zu realen Protesten gegen die Belgrade Pride Parade, nimmt PARADA / THE PARADE die homophobe Einstellungen auf’s Korn und scheut auch nicht vor manch plumpem Witz zurück. Politische Seitenhiebe, viel schwarzer Humor und ordentlich Gesellschaftskritik vermischen sich zu einer unterhaltsamen Dramedy, die als einziger Film aus der Region auf der Berlinale 2012 Deutschlandpremiere feierte (und dort den Publikumspreis in der Sektion Panorama gewann).

PARADA – Serbia, 2011 – Srđan Dragojević – OmU

Mi., 13.02.2019, 19:30h, Hinterzimmer Kaffee Stark (Wohlwillstr. 18, Hamburg St. Pauli)

Der nächste SEE Film Club findet statt am Dienstag, 12.03.2019!

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SEE Film Club ab jetzt im Kaffee Stark: CINEMA KOMUNISTO am Mi., 14.11., 19:30h

Nach ausgiebieger Sommerpause startet der SEE Film Club in die Saison in einer neuen Location: Das liebenswerte Kaffee Stark in der Wohlwillstr. 18 (St. Pauli) wird ab nun jeden 2. Mittwoch im Monat unser Zuhause und bietet nicht nur ein kuscheliges Hinterzimmer mit Sofas, sondern auch eine üppige Getränkeauswahl und sogar was für den kleinen Hunger.

Los geht es mit der ultimativen Einführung in die jugoslawische Filmgeschichte unter Tito mit

CINEMA KOMUNISTO, Serbia, 2011 – Mila Turajlić – 100 Min. – OmU

Mi., 14.11.2018, Hinterzimmer Kaffee Stark, Wohlwillstr. 18, St. Pauli

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Aufgemacht als liebevolle Doku erzählt – wenn auch etwas irreführend betitelt –  CINEMA KOMUNISTO die Geschichte der staatlich geförderten Filmproduktion in Titos Jugoslawien, in den goldenen Zeiten als amerikanische Filmstars auf den Brioni Inseln flanierten und Generationen junger Männer ihren Wehrdienst am Set von Partisanenfilmen verbrachten.

Selbst Hollywood produzierte in den immensen Studios in Belgrad, die mittlerweile brach liegen und dem Verfall preisgegeben sind. Regisseurin Mila Turajlić mischt seltenes Archivmaterial mit Zeitzeugen-Interviews: So plaudert neben Titos persönlichem Filmvorführer auch Filmlegende Bata Zivojinović aus dem Nähkästchen.

Der nächste SEE Film Club findet statt am Mi., 12.12.2018!

BURE BARUTA / CABARET BALKAN, Mi 25.05., 20h, (p)ostkartell

 

BURE BARUTA // CABARET BALKAN, Jugoslawien/Frankreich, 1998 – Goran Paskaljević – 102min – OmENGLUT

Mittwoch, 25.05. // 20h // Ort: (p)ostkartell Büro – Kulturetage Altona, Große Bergstr. 160, 22767 Hamburg (Bitte bei Kulturetage klingeln.)

Gewalt liegt in der Luft in einer Februarnacht in Belgrad Ende der 90er Jahre. Der Bosnienkrieg ist beendet worden, der Kosovo-Krieg und die NATO Bombardierung stehen kurz bevor. Goran Paskaljević, Altmeister des (post)-jugoslawischen Kinos, zeigt uns die absurde und grenzenlose Brutalität in einem Moment, in dem sich die gesellschaftlichen Grenzen auflösen und plötzlich alles möglich ist. Absurd, überdreht, hält der Regisseur auch dem Westen den Spiegel vor.

 

Wir tauchen ein in ein Netz aus Balkan-Clichées und zwischenmenschlichen Beziehungen: Zwei Freunde beim Boxtraining gestehen sich nach und nach den Verrat am jeweils anderen. Ein rekonvaleszenter Polizist trifft in einer Bar auf seinen Peiniger. Beim Warten auf den kaffeetrinkenden Busfahrer entführt ein junger Mann kurzerhand den Bus zum Entsetzen der Fahrgäste. Schnell ist klar: Niemand ist unschuldig, doch Moral und Verhältnismäßigkeit sind ausgesetzt, Sicherheit gibt es nicht mehr.

Als Absolvent der Prager Filmschule begann Paskaljević in den 1970er Jahren mit ersten Kurzfilmen und avancierte bald zu einem international gefeierten Star. Die Zeit des Milošević-Regimes verbrachte er als ausgesprochener Kritiker im Exil. Wie zuvor schon das New Yorker MOMA widmet ihm dieses Jahr auch das Film Archiv Austria eine umfassende Retrospektive.

 

 

 

 

 

 

NO MAN’S LAND am 13.04.2016, 19.30h, (p)ostkartell Büro, Kulturetage Altona

NIČIJA ZEMLJA // NO MAN’S LAND, Bosnien Hercegovina, 2001 – Danis Tanović – 98min – OmENGLU

Mittwoch, 13. April 2016 //  19.30h // Ort: (p)ostkartell Büro – Kulturetage Altona, Große Bergstr. 160, 22767 Hamburg

Bitte bei Kulturetage klingeln.

Mit Einführung und Diskussion

nomansland

Danis Tanović’s NIČIJA ZEMLJA // NO MAN’S LAND erschien 2001 und gewann im Rennen um den Oscar für besten fremdsprachigen Film sogar gegen den Publikumsliebling AMELIE aus Frankreich. Tanović schrieb nicht nur das Buch und führte Regie, sondern komponierte auch die Musik zum Film. Darüber hinaus schaffte er es, Produzenten aus Bosnien, Frankreich, Italien, Belgien, Slowenien und Euroimages Förderung an Land zu ziehen – eine beachtliche Leistung für einen Debut-Spielfilm. Zugute kamen ihm hier die Erfahrungen als Verantwortlicher des Film-Archivs der Bosnischen Armee.

Worum geht`s?

In einem Schützengraben zwischen den Fronten des Bosnienkriegs irgendwann in den 1990ern treffen sich Čiki und Nino, jeweils Kämpfer der anderen Seite. Während sie versuchen, ihren lokalen Konflikt unter einander auszuhandeln und sogar Gemeinsamkeiten entdecken, bekommen die UN und die internationalen Medien Wind von der Situation. Ihr Versuch zu intervenieren lässt die ohnehin absurde Situation nur weiter eskalieren.

Tanović zeigt gekonnt die Absurdität und die schmerzhafte Ausweglosigkeit des Konflikts, und auch der trockene Humor bietet keine komische Auflösung sondern die alles unterliegende Ironie ist der verzweifelte Versuch, mit einer unerträglichen Situation umzugehen.

 

Quellen / further reading

Daniel J. Goulding: „Liberated Cinema: The Yugoslav Experience, 1945-2001“

Amy Corbin: „No Man’s Land“, Film Quarterly Autumn 2006

CINEMA KOMUNISTO beim dokART, Mi 16.03.2016, Metropolis, 21.15h

cop2dokART bringt uns ein besonderes Schmankerl der Südosteuropäischen Filmkultur: Die 2010er Doku CINEMA KOMUNISTO erzählt liebevoll die Geschichte der staatlich geförderten Filmproduktion in Titos Jugoslawien. In den goldenen Zeiten als amerikanische Filmstars auf den Brioni Inseln flanierten und Generationen junger Männer ihren Wehrdienst am Set von Partisanenfilmen verbrachten, florierte die jugoslawische Filmindustrie.

Selbst Hollywood produzierte in den immensen Studios in Belgrad, die mittlerweile brach liegen und dem Verfall preisgegeben sind. Regisseurin Mila Turajlić mischt seltenes Archivmaterial mit Zeitzeugen-Interviews: So plaudert neben Titos persönlichem Filmvorführer auch Filmlegende Bata Zivojinović* aus dem Nähkästchen.

CINEMA KOMUNISTO, Serbia, 2011 – Mila Turajlić – 100 Min. – OmU

Mittwoch,  16.03.2016   //   21:15 Uhr //   Metropolis Kino Hamburg, Kleine Theaterstr. 10

 

* Bata (Velimir) Zivojinović,  geb.1933 in Serbien (Königreiche Jugoslawien) war ein Schauspieler bekannt vor allem aus den Propaganda- und Partisanenfilmen der 1970er Jahre. Zu seinen größten Erfolgen zählt der Kultfilm WALTER BRANI SARAJEVO // Walter DEFENDS SARAJEVO, der auch in China überaus populär war und ihm dort viele Fans einbrachte. In den 1990ern brach er öffentlich mit seinem engen Freund, dem kroatischen Schauspieler Boris Dvornik  und wurde für Slobodan Milošević’s Socijalistička partija Srbije ins serbische Parlament gewählt. Dvornik und Zivojinović versöhnten sich – öffentlich – im Jahre 2004.